Saxfusion
Inhalt
SAXFUSION stellt sich vor
Excerpt aus der Pressemitteilung vom 7. Oktober 2025
Sachsen etabliert mit SAXFUSION erstmals ein landesweites Kompetenznetzwerk zu Zukunftstechnologien für die Kernfusion. Ziel ist es, diese als saubere, sichere und grundlastfähige Energiequelle technologisch voranzubringen, strategisch Kompetenzen aufzubauen und die Ergebnisse für Industrie und Gesellschaft nutzbar zu machen. Koordiniert wird das Vorhaben durch das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Die Co-Projektleitung übernimmt das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS. Weitere namhafte sächsische Forschungsinstitutionen beteiligen sich. Zudem bindet SAXFUSION über Kooperationen internationale Großprojekte und Industriepartner ein. Die Europäische Union und der Freistaat Sachsen fördern das Vorhaben mit rund 2,4 Millionen Euro über den Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund, JTF).
Die kontrollierte Fusion von Atomkernen bietet langfristig die Möglichkeit, eine nachhaltige, emissionsfreie Energieversorgung zu gewährleisten. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze, die meist die Erzeugung und Kontrolle eines sogenannten Plasmas zum Ziel haben, bei dem Elektronen und Atomkerne unabhängig voneinander frei beweglich sind – so wie im Inneren unserer Sonne. Führende internationale Einrichtungen wie ITER in Südfrankreich, Lawrence Livermore National Laboratory in den USA oder Wendelstein-7X in Greifswald haben bereits wesentliche technologische Fortschritte erzielt. Dennoch sind zahlreiche Fragen offen, beispielsweise hinsichtlich der Langzeitbeständigkeit von Werkstoffen, die dem Plasma ausgesetzt sind, oder zur effizienten Kontrolle des Fusionsprozesses. Genau hier setzt
SAXFUSION an.
Das Netzwerk soll sich zu einer zentralen Anlaufstelle für Partner aus Forschung, Industrie und Gesellschaft entwickeln, die sich für Fusion als potenzielles Forschungs- und Geschäftsfeld interessieren und fundierte Informationen zum Thema benötigen. Es zahlt mit den Kompetenzen der Partner aus Spitzenforschung, Industrie und Hochschulen in Mitteldeutschland direkt auf die Hightech-Agenda Deutschlands ein. In einer dreijährigen Aufbauphase identifiziert und vernetzt das SAXFUSION-Team die vorhandene Expertise in Sachsen. Es wird zudem Kompetenzen gezielt ergänzen, zum Beispiel durch den Aufbau neuer Kooperationen und langfristiger Forschungs- und Entwicklungsstrategien. SAXFUSION startet mit vier zentralen Kompetenzfeldern: Laser- und Optiktechnologien, Entwicklung von Brennstoffkapseln inklusive der Diagnostik der Fusionsreaktion, Erforschung von Reaktormaterialien und -werkstoffen sowie Simulationen und Datenanalysen.
SAXFUSION unterstützt die Ziele des kürzlich vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt vorgestellten Aktionsplans Fusion: vom Bau von Großinfrastrukturen, über den Aufbau einer vollständigen Wertschöpfungskette samt Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bis hin zur Qualifizierung von Nachwuchskräften. Exzellente Grundlagenforschung ist die unverzichtbare Basis, um die Technologien und Verfahren zu entwickeln, die für den späteren Bau sowie den sicheren Betrieb für Fusionskraftwerken benötigt werden.
- Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) und Institut für Strahlenphysik am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR): Koordination, Hochleistungslaser, Plasma- und Werkstoffforschung, Vernetzung mit internationalen Fusionsprojekten
- Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS: Co-Projektleitung, Technologietransfer, Anlagen- und Prozesstechnik, industrielle Anwendung und Serienfertigung
- Hochschule Mittweida: Kompetenz in Hochleistungslasern, Mikro- und Nanobearbeitung, Additive Fertigungsverfahren für Fusionstechnologien
- Hochschule Zittau-Görlitz: Expertise in Energietechnik, Elektrotechnik, Hochstrom- und Hochspannungstechnik, Simulationssysteme
- Technische Universität Dresden (TUD): Neutronengenerator, Neutronenspektroskopie, kerntechnische Ausbildung, Laser- und Materialtechnik
- Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW): Entwicklung neuer Werkstoffe für Reaktorkomponenten, Verarbeitungstechnologien, Materialanalytik
- Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung Leipzig (IOM): Oberflächenbearbeitung, Präzisionsoptiken, Technologien zur Formgebung und Glättung optischer Komponenten
Zukunftstag Kernfusion
Veranstaltungsort: Fraunhofer-Institutszentrum Dresden, Winterbergstraße 28, 01277 Dresden
Datum: 08. September 2026, 15:30–20:00
Veranstaltungspartner sind die IHK Dresden, IHK Chemnitz und IHK Leipzig.
Kostenfreie Teilnahme.
Weitere Informationen und Anmeldung hier:
https://www.iws.fraunhofer.de/de/veranstaltungen/zukunftstag-kernfusion.html
Chronologie
im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Einführung in die Fusionsforschung und gemeinsamer Austausch.
Veranstaltungsort: CELSIUZ Zittau
Vorlesungen, Labtours und Praktika vor Ort bei allen Projektpartnern mit dem Ziel der Nachwuchsgewinnung im Bereich Fusion
am Fraunhofer-Institutszentrum Dresdem
- 07.10.2025: Innovation News Network - Saxony powers up: SAXFUSION aims to make fusion energy a reality
- 08.10.2025: MDR - Sachsen bündelt Kompetenzen zur Kernfusion
- 09.02.2026: Innovation News Network - Joining forces to build the future fusion energy supply chain
Aktuelle Arbeitspunkte der HSZG
- strategische Intensivierung der Aktivitäten im Themenfeld „Kernfusion, Fusionsenergie und Fusionskraftwerke“
Kontakt seitens der HSZG
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