Forschungsschwerpunkte

Vorstellung Fachgebiet Hochspannungstechnik

Prof. Kornhuber am Hochschulinfotag in der HS-Halle

Das Fachgebiet der Hochspannungstechnik blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte der Forschung und Lehre in Zittau zurück. Seit den 1950ern ist das Fachgebiet in der Hochspannungshalle aktiv. Die Forschung beschäftigt sich seit jeher mit der Untersuchung von Komponenten wie Isolatoren und vor allem mit deren elektrischem Verhalten bei Verschmutzung und extremen Bedingungen. Als neben Keramik Silikon als Isoliermaterial auf den Markt kam, war das Fachgebiet Hochspannungstechnik maßgeblich an der Grundlagenforschung und Normgestaltung beteiligt und arbeitet bis heute eng mit Herstellern und Anwendern von Silikonen als Isoliermaterial zusammen. 

Neben deutschlandweiten industriellen Aufträgen und Normprüfungen, werden die Schwerpunkte in der Grundlagenforschung im Bereich polymerer Isolierstoffe, Grenzflächen und technischer Diagnostik auch in öffentlich geförderten Projekten erweitert. Im Rahmen dieser ist unsere Fachgruppe international auf Konferenzen vertreten und bringt ihre Expertise in zahlreichen Normungskomitees ein. Wir arbeiten im Haus Z V in der Hochspannungshalle, sowie mehreren Laboren im Keller und im Außenbereich. Vier weitere Versuchsstände befinden sich im Haus Z I. 

Die Labore sind eine zentrale Säule der Forschung und Lehre im Bereich der Hochspannungstechnik und bietet Studierenden, Wissenschaftlern und Industriepartnern eine moderne und vielseitige Infrastruktur für innovative Projekte und praxisnahe Ausbildung.

 

Schwerpunkte

Zur Bearbeitung der vielfältigen Schwerpunktthemen stehen dem Fachgebiet Hochspannungstechnik / Werkstoffe der Elektrotechnik / Theoretische Elektrotechnik verschiedene spezialisierte Laboratorien und Messeinrichtungen zur Verfügung:

  • Werkstoffe:
    • Ermittlung elektrischer Kennwerte
    • Alterungsprüfstände
    • dielektrische Spektroskopie
    • werkstoffanalytische Verfahren
  • Grenzflächen:
    • Hydrophobiebeständigkeit und -wiederkehr
    • Kriechstrom- und Erosionsbeständigkeit
    • Fremdschichtüberschlagsverhalten und deren Einflussparameter
    • beschleunigte multidimensionale Alterung äußerer Grenzflächen
  • Technische Diagnostik:
    • Erfassung hochfrequenter Strom- und Spannungssignale
    • Analyse transienter elektrischer Feldverteilungen
    • Ermittlung von Raumladungen und Strömen in Werkstoffen und deren signaltheoretische Auswertungen

Dienstleistungsangebote

Praxisnahe Ausbildung und Industriekooperationen

Das Hochspannungslabor ist nicht nur ein Ort für Spitzenforschung, sondern auch ein zentraler Bestandteil der praxisorientierten Ausbildung unserer Studierenden. Durch die enge Verzahnung von Lehre und Forschung erhalten sie Einblicke in aktuelle Fragestellungen der Hochspannungstechnik und können ihr theoretisches Wissen in realen Versuchsaufbauten anwenden.

Darüber hinaus bietet das Labor Unternehmen die Möglichkeit, gemeinsam mit uns an innovativen Lösungen für die Herausforderungen der Hochspannungstechnik zu arbeiten. Ob Materialentwicklung, Diagnostik oder Alterungsuntersuchungen – wir unterstützen Sie mit unserer Expertise und moderner Infrastruktur in den folgenden Bereichen:

  • AC, DC, LI, SI Prüfungen: DIN EN 60060-1/2, IEC 60060-1/2
  • Nebelkammerprüfung: DIN EN 61442 (VDE 0278-442), DIN EN 62217 (VDE 0441-1000), IEC 61442, IEC 62217
  • Salznebelkammerprüfung: DIN EN 61442 (VDE 0278-442), DIN EN 62217 (VDE 0441-1000), IEC 61442, IEC 62217
  • Fremdschichtprüfung: DIN EN 60507, IEC 60507
  • Prüfung Hochspannungskriechstrom- und -errosionsfestigkeit (HK-Test): DIN EN 60587 (VDE 0441-1), IEC 60587
  • Hochspannungslichtbogen-Prüfung (HL-Test): DIN EN 61621 (DIN VDE 0441-1, DIN VDE 0303-5), IEC 61621
  • Beschleunigter Bewitterungstest: DIN EN 62217 (VDE 0441-1000), IEC 62217
  • Durchschlagsfestigkeit (M)HD-Prüfung (Siedewassertest): IEC 62217
  • Elektrische Durchschlagsfestigkeit (AC, DC, LI): DIN EN 60243, IEC 60243
  • Keithley 6517B und Messzelle: IEC 60093
  • Megaohmmeter Sefelec M1501P: IEC 60093
  • LCR-Meter 4284A mit der Schutzring-Elektrodenanordnung HP16451B: IEC 60093, DIN 53483
  • Digitale Kapazitäts- und Verlustfaktormessbrücke mit beheizbarer Schutzring-Elektrodenanordnung: DIN EN 62631, DIN 53483-2 (50Hz), IEC 62631
  • HC - Klassen nach STRI Guide
  • Hydrophobietransfer nach CIGRE TB
  • Hydrophobiebeständigkeit und -wiederkehr (Dynamisches Tropenprüfverfahren) nach CIGRE TB