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04. März 2022

Ihr Name bedeutet: „Voller Licht!“

Die Japanerin Chiaki absolviert ein Forschungspraktikum am IPM und begeistert mit ihrem Projekt und ihrer Kultur.


Eine junge Japanerin befüllt einen Teller mit Eintopf. Ein Mitarbeiter sitzt lächelnd neben ihr am Tisch.
Foto: Antje Pfitzner Die Japanerin Chiaki Nishihara begeisterte bei ihrer Vorstellung ihres Praktikumsberichts am IPM nicht nur mit ihren Forschungsergebnissen, sondern punktete auch japanisch-kulinarisch.

Chiaki Nishihara kann nicht aufhören zu lächeln, als sie den traditionellen japanischen Eintopf Nikujaga auf Tellern anrichtet und serviert. Die 23-jährige Studentin aus Tokio hat gerade ihren Praktikumsbericht vorgestellt und kann sich nun ganz als Botschafterin ihrer Heimat und Esskultur präsentieren. Das Angebot wird von Mitarbeitenden des Instituts für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM) und ihrem Betreuer Martin Herling dankend angenommen.

Drei Monate hat Chiaki am IPM geforscht. Die übergeordnete Zielstellung des Projekts lautet dabei, optimale Begebenheiten für das Pflanzenwachstum durch einen Roboter ermitteln zu lassen. „Er soll mittels im Vorfeld festgelegter Parameter, die aus Auswertungen und Berechnungen gesammelter Daten hervorgehen, in die Lage versetzt werden, die besten Bedingungen für das Pflanzenwachstum zu bestimmen“, erklärt Martin Herling. „Einfach gesagt, will man Möhren neben Zwiebeln anbauen, soll der Roboter im Vorfeld schon wissen, welche Beschaffenheit des Bodens und welcher Einsatz von Bewässerung und Dünger nötig sind, um am Ende die besten Resultate zu erzielen.“

Ganz so weit ist Chiaki während ihres dreimonatigen Aufenthalts nicht gekommen, schmunzelt der Forschungsmitarbeiter. Bis zum Endresultat – dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft - ist es noch ein weiter Weg. Aber Chiaki hat durch ihre Programmierungsleistung und Sammlung von Datensätzen über das Wachstum herkömmlichen Weizens einen wertvollen Beitrag zur Forschung geleistet.

Mittels einer Kamera hat sie die Pflanze über mehrere Tage im Zeitraffer gefilmt. Entstandene Bilder hat sie entsprechend analysiert, um daraus Datenmodelle für das Pflanzenwachstum abzuleiten, was schließlich die Grundlage für die Arbeit eines KI-gesteuerten Roboters darstellt.

Für Martin Herling ist Chiaki die erste Praktikantin, die er im Rahmen seines Forschungsvorhabens betreut. Er zeigt sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und betont, dass er Chiaki bewusst viel Raum geboten hat, um sich selbst auszuprobieren und ihre Interessen einfließen zu lassen. „In den drei Monaten sind wir bis zur Bildauswertung gekommen. Die Funktionen, die erschlossen wurden, können nun auch dank Open Source-Technologie bearbeitet und erweitert werden“, resümiert er.

Neben der Präsentation ihrer Forschungsergebnisse blieb noch Zeit für eine kurze Einführung in das japanische Schriftbild.

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„Mein Name setzt sich zum Beispiel zusammen aus den zwei Zeichen für 'eintausend' und 'Helligkeit'. Zusammen bedeutet das also so etwas wie ‘voller Licht‘“,

erklärt die sympathische Studentin Chiaki Nishihara.

Ihr dreimonatiges über das IAESTE -Programm gefördertes Praktikum in Deutschland hat die kulturbegeisterte Japanerin bestmöglich für sich genutzt, berichtet Martin Herling. Mit Abstechern nach Polen, Schweden und in die Schweiz hat sie in der kurzen Zeit ein großes Stück Europa für sich erschlossen. Nahtlos geht es nun als nächste Station über ‘den großen Teich‘. In den USA wird die 23-Jährige, die eigentlich Immunologie in ihrer Heimatstadt Tokio studiert, ihr Master-Studium bei einem sechsmonatigen Aufenthalt fortsetzen. Die schönen Erinnerungen an ihren Aufenthalt in Zittau und die deutsche Kultur nimmt sie mit ins Gepäck.

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Noch mehr über Chiakis Aufenthalt in Zittau erfahren?

Die Sächsische Zeitung hat am 04.03.2022 den Artikel: „Japanerin forscht in Zittau“ veröffentlicht.

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Lust auf ein Praktikum im Ausland?

IAESTE steht für: International Association for the Exchange of Students for Technical Experience.

Bei dem Programm geht es um die Vermittlung und Wahrnehmung berufsbezogener Fachpraktika vorzugsweise in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Mehr als 90 Länder auf der ganzen Welt beteiligen sich an dem Programm.

Neugierig geworden? Hier gibt es mehr Infos!

Text: Cornelia Rothe M.A.

Ihre Ansprechperson

M.Sc.
Martin Herling
Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik
Standort 02763 Zittau
Th.-Körner-Allee 8
Gebäude Z IVc, Raum C1.13
+49 3583 612-4696
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